Meine Geschichte als Mentaltrainer beginnt nicht am Schreibtisch, sondern auf dem Golfplatz, und wurde durch eine schwere Verletzung zu dem, was sie heute ist.
Angefangen hat alles eher beiläufig: Die Mutter eines meiner Golf-Schützlinge hat mir bei einer gemeinsamen Runde die Ausbildung zum Mentaltrainer bei der Deutschen Mentaltrainer-Akademie (DMA) empfohlen. Ursprünglich sollte es nur eine Weiterbildung sein, parallel zu meiner Golftrainer-Ausbildung, um mein eigenes Training runder und besser zu gestalten.
Kurz darauf habe ich mir bei einem Unfall im Krafttraining den linken Oberarm spiralförmig gebrochen. Dabei habe ich Methoden wie Musik und bewusste Atmung genutzt, um die Situation durchzustehen, und konnte dadurch den Schockzustand um rund zwei Stunden hinauszögern. Bis dahin konnte ich noch klar und aufgabenbezogen denken. Da wurde mir zum ersten Mal richtig klar, wie viel Mentaltraining wirklich bringt.
Die ersten Stunden nach dem Bruch so gut zu überstehen, war schon mal ein guter Anfang. Das war aber nur die unmittelbare Reaktion auf die Verletzung, und nicht das größte Hindernis auf dem Weg zurück ins Golfspiel. Ich hatte fast durchgehend körperliche Schmerzen, aber die waren nicht das Ausschlaggebende. Die größere Herausforderung war, mit Fragen wie diesen klarzukommen:
In dieser Zeit stand ich kurz davor, aufzugeben und mir ein anderes Feld zu suchen. Das wäre einfacher gewesen. Glücklich gemacht hätte es mich aber nicht. Also blieb mir nur, mich mit viel Hartnäckigkeit und Geduld zurückzukämpfen. Ich hatte zwar die Unterstützung meiner Eltern und meiner Freunde, trotzdem war ich allein; ich hatte niemanden vom Fach, der mich auf dem Weg zurück unterstützt hätte. Also bin ich meinen Weg langsam und allein per Trial and Error gegangen.
Nach meiner Verletzung habe ich es aus dem körperlichen und mentalen Loch wieder herausgeschafft. Dabei ist mir aber etwas aufgefallen: Wie kann es sein, dass Sportler bei Verletzungen so oft allein gelassen werden? Viel zu häufig werden Sportler, unabhängig vom Leistungsniveau, mit genau diesem Problem allein gelassen. Ihnen wird gesagt, sie sollen ihren Weg selbst finden, oder es wird gleich erwartet, dass sie es nicht schaffen. Es gibt zwar die Möglichkeit, zu einem Sportpsychologen zu gehen, aber viel zu wenige nutzen sie. Und der Weg über einen praktisch qualifizierten Mentaltrainer wird noch viel seltener angeboten.
Auch abseits von Verletzungen frustriert mich im Sport etwas Ähnliches: Es wird viel zu oft nur die athletische, technische und taktische Seite einer Sportart trainiert; die mentale Seite bleibt kaum oder gar nicht beachtet. Nach einem schlechten Turnierergebnis heißt es von Trainern gegenüber Sportlern dann oft: „Deine Technik ist zu schlecht, trainier mehr!" Anstatt herauszufinden, dass sich der Sportler in der Situation einfach zu sehr unter Druck setzt, wodurch die Technik erst recht schlechter wird. Dabei ließe sich das Problem oft mit gezieltem Mentaltraining lösen. Stattdessen wird einfach noch mehr Techniktraining gemacht.
Nach der Verletzung habe ich meine Prioritäten neu geordnet. Ich habe meinen Golftrainer-C bestanden, aber der Plan, direkt danach auch noch die Golftrainer-Ausbildung bei der PGA of Germany zu machen, wurde erstmal nach hinten geschoben. Stattdessen habe ich die Mentaltrainer-B-Ausbildung gemacht, mit einer 1,0 bestanden und mit der Unterstützung meiner Eltern meine eigene Mentaltrainingspraxis eröffnet.
Mein Ansatz stützt sich dabei auf zwei Dinge: meinen persönlichen Hintergrund, ich bin in einer Arztfamilie großgeworden und entsprechend geprägt, und die Erfahrung, mich selbst nach einer schweren Verletzung zurück in mein Sportleben gekämpft zu haben. Heute trainiere ich unter anderem verletzte Golfspieler, damit sie genauso stark zurück in ihren Sport finden.
Individuell, praxisnah und mit Leidenschaft für den Sport, ich freue mich darauf, dich kennenzulernen.
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